• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home Bilder & Berichte 2006 Köln Marathon 2006

Köln Marathon 2006

E-Mail Drucken PDF

Köln Marathon 2006, die 42,195 Km von Köln

Tja, meine erster Marathon, ich weiß zwar nicht was noch so kommt im Leben, aber das war bis jetzt das härteste was ich mir so freiwillig angetan habe. Aber beginnen wir am Anfang.Beim Halbmarathon "Rund um den Fühlingersee" wurde unter den Finishern eine Tombola veranstaltet, bei der es unter anderem 3 sehr hochwertige Tourenräder zu gewinnen gab, also nahm ich natürlich daran teil.

Kurze Zeit später fanden die Räder auch Ihre glücklichen neuen Besitzer, nur halt nicht mich, egal, ich hab ja auch schon 3 Fahrräder . Danach ging es an die Trostpreise, die erste Nr. wurde gezogen, doch der Gewinner war schon nicht mehr anwesend, beim zweiten Versuch das gleiche und der dritte Versuch war ich. Nun, was gab es als Trostpreis, einen freistart beim Köln Marathon 2006. Fand ich eigentlich klasse, nur mein derzeitiger Trainingsstand widersprach dem in allem. Aber gewonnen ist gewonnen und warum sollte man es nicht mal versuchen, dachte ich mir.Die Trainingszeit von gut 2 Monaten viel mehr als dürftig aus, keinen Lauf über 18km gemacht ( bin halt Trainingsfaul) und obendrein war das genau die Zeit wo wir unsere erste gemeinsame Wohnung gesucht, bezogen und eingerichtet haben, also absolute Zeitnot.

Trotzdem fand ich mich an diesem sonnigen Oktobermorgen in Deutz zum Start des 42,195km Rennens ein, ein Versuch war es halt Wert. Die ersten 5km liefen etwas unrund, da ich viel langsamer lief, wie normal, aber mit Absicht, war ja noch ein langer Weg vor mir. Nach der ersten halben Stunde nervte dann doch der Kerl neben mir der eine Dicke Trommel auf einem Kinderwage vor sich herschob und im Takt dazu Trommelte und ich gab etwas gas um von Ihm wegzukommen.An jeder Verpflegungsstation nahm ich Getränke zu mir und ab Km 15 auch die ersten Bananen. Die Halbmarathonmarke passierte ich nach 2:15:00 Std., was 15min über meiner damaligen Bestzeit lag, aber gewollt.

Den berühmte Mann mit dem Hammer (die Kohlenhydratspeicher des Körpers, das Glykogen in Muskeln und Leber sind aufgebraucht) kam bei mir schon bei Km 25, also etwa in Ehrenfeld. Von da ab schleppte ich mich mehr gehend als laufend von einem Verpflegungsstand zum nächsten.

Das änderte sich auf dem Rückweg über die Neusserstraße Gott sei dank wieder schlagartig, der höheren Eckkneipendichte sei Dank. Als ich dann auf die Amsterdammerstraße einbog die mich ein letztes mal aus der Innenstadt herausführte wurde es richtig kritisch, dort standen so gut wie keine Zuschauer mehr die einen irgendwie hätten motivieren können und die Straße war auch mehr als eintönig. Der von hinten wieder lauterwerdende weil näherkommende Trommelschlag des Kinderwagentrommlers der ersten 5 km gab mir da fast den letzten Schubs um in die Straßenbahn zu steigen und nach Hause zu fahren.

Dort kam dann wie aus heiterem Himmel Maja, nein nicht die Biene, sondern eine Frau, die augenscheinlich auch mit sich am kämpfen war und fragte ob wir gemeinsam weiterlaufen sollten. Da es immer leichter ist mit jemandem an seiner Schulter zu laufen sagte ich natürlich direkt zu.Abwechselnd mussten wir uns gegenseitig antreiben wenn der andere mal wieder ein tief hatte, das klappte auch so gut das wir nach über 5 Std. endlich ins Ziel einlaufen konnten.

Damit war mein erster Marathon auch geschafft.

Die Woche danach gestaltete sich bewegungstechnisch mehr als beschwerlich, Muskelkater, Gelenkschmerzen und schlaflose Nächte waren halt die Symptome die mir mein Körper zu dieser, fast unvorbereiteten Belastung, bescherte. Von den fast 7kg Körpergewicht die ich kurz nach dem Marathon auf der Anzeige meiner Waage vermisste mal ganz abgesehen.

 

 
Banner

Suchen

Design by i-cons.ch / etosha-namibia.ch